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The heart is the only broken instrument that works.

Ein Blick auf den Kalender verrät mir, dass mittlerweile fast vier Wochen vergangen sind, seit wir, das heißt sie und ich, das letzte Mal miteinander gesprochen haben. Ein ganzer Monat. Vier Wochen. Es kommt mir so vor, als sei die Zeit seitdem stehengeblieben. Nicht für sie, nicht für dich, auch nicht für all die anderen Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung. Nein, nur für mich ganz allein. Alles geschieht wie in Zeitlupe. Augenblicke vergehen wie Minuten, Minuten vergehen wie Stunden und Stunden vergehen wie Tage. Mein Leben kommt mir vergleichsweise eintönig und trist vor.

Alles zieht sich endlos hin und ich bin froh, wenn ein weiterer Tag sich dem Ende neigt, denn wenn ich schlafe, kann ich zur Ruhe kommen. Und während die Tage nur so dahinkriechen, fühlt es sich so an, als hätte man mir bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein, vollkommen ohne Betäubung, mein Herz aus der Brust gerissen. Es schmerzt unerträglich und zurück bleibt nur eine riesige, klaffende Fleischwunde, die unaufhörlich blutet und mich daran erinnert, dass an dieser Stelle mein Herz war.

Das hohe Maß an Freizeit, das mir momentan zur Verfügung steht, vereinfacht das Ganze auch nicht gerade. Ich reihe eine sinnlose Aktivität an die nächste, nur um bloß keinen Gedanken an sie zu verschwenden. Beschäftigungstherapie. Das hat bisher auch ganz gut funktioniert. Die Tage vergingen, ohne dass ich auch nur einen einzigen Gedanken an sie verschwendet habe. Und wenn mich jemand auf sie ansprach, habe ich einfach so getan, als wäre mir das alles vollkommen egal. Irgendwann wird es mir doch dann auch tatsächlich egal sein. Oder? Jedenfalls rede ich mir das fleißig ein und die schützende Fassade aus Ignoranz und Stolz, aber auch Wut und Enttäuschung, die ich derweil um mich errichte, wächst immer weiter in die Höhe.

Und dann kommst du. Und mit nur einem einzigen, unüberlegten Satz schaffst du es, die Mauern der schützenden Fassade, die ich in den vergangenen Wochen mühevoll um mich herum aufgebaut habe, zum Einsturz zu bringen. Der Satz prallt mit der Wucht einer Abrissbirne gegen die schützenden Mauern meiner Fassade. Das Gerüst beginnt zu wackeln und schließlich beginnt es, Stück für Stück einzubrechen. Mit dem Gerüst fällt die komplette Fassade in sich zusammen und mit einem lauten Aufschlag, auf den harten Boden der Tatsachen, zerbricht sie schließlich in all ihre Einzelteile.

Dem Druck des Einsturzes der einstigen Schutzfassade kann ich nicht Stand halten. Zu groß sind die Last, die Enttäuschung und die Trauer, die auf mich niederhageln. ..
18.11.12 18:44
 


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